Freunde der Plassenburg

Der Verein „Freunde der Plassenburg“ konnte im Jahr 2003 nicht nur sein 75jähriges Bestehen, sondern vor allem seine Errungenschaften um die alte Hohenzollernveste und in diesem Zusammenhang auch um Kulmbach und das Obermaingebiet.

Die Plassenburg, wie sie heute über ihre kunsthistorische Bedeutung im europäischen Kontext hinaus als Herberge wichtiger Sammlungen und Museen, aber auch als romantische Pilgerstätte zahlreicher Einheimischer und Kulmbach-Besucher bekannt ist, wäre ohne das vielfältige Engagement des Vereins und den Einfallsreichtum einzelner Mitglieder so nicht denkbar.

Was die „Freunde der Plassenburg“ von älteren, in der Zeit der Romantik gegründeten „Ruinenliebhabervereinen“ unterscheidet, ist die konkrete Zielsetzung der Gründungsväter, die Plassenburg für die Nachwelt nicht nur als historisches Anschauungsobjekt zu konservieren, sondern sie vor allem einem zeitgemäßen Verwendungszweck zuzuführen und dadurch für die Gegenwart lebendig zu halten.

Idee und Gründung

Älter als der Verein sind die Überlegungen, die zu dessen Gründung 1928 führten. Schon einmal, 1909, wurde die Plassenburg nach beinahe einem Jahrhundert als Zwangsarbeit- und Zuchthaus aufgelassen, so dass sich die Frage nach ihrer künftigen Nutzung stellte. Die Vorschläge, die in der Folge von verschiedensten Seiten gemacht wurden, etwa die Burg dem deutschen Kaiser in Berlin zum Geschenk zu machen, stießen insbesondere beim Eigentümer, dem bayerischen Staat freilich auf wenig Zustimmung. In dieser Situation nahmen der bekannte Kulmbacher Johann Ruckdeschel, Stammvater der IREKS und der Berliner Professor Bodo Ebhardt, später Gründungsmitglied des Vereins, die Sache in die Hand. Um die Burg zu pachten, zu restaurieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, beriefen beide im Februar 1912 ein „Comite zur Erhaltung der Plassenburg“, aus dem sich im Juli 1914 in Kulmbach ein „Veste-Plassenburg-Verein“ konstituierte. Eine offizielle Vereinsgründung mit eigener Satzung wird jedoch noch durch den kurze Zeit später ausbrechenden Ersten Weltkrieg verhindert.

Die Hohenzollernveste, von 1909 bis 1914 ungenutzt, diente in der Folge zunächst als Kriegsgefangenenlager und ab 1919 wieder als Zuchthaus. Während sich von den früheren Protagonisten Johann Ruckdeschel wegen schwerer Krankheit zurückziehen musste, aktivierte Prof. Ebhardt auf Wunsch des Potsdamer Verlagsbuchhändlers August Bonneß schon 1924 wieder seine alten Kontakte nach Kulmbach, um die Möglichkeiten einer würdevolleren Verwendung der Burg auszuloten. Die Bemühungen der beiden späteren Gründungsmitglieder wären wohl ergebnislos geblieben, wenn der bayerische Justizminister im Frühjahr 1927 nicht beschlossen hätte, das Zuchthaus Plassenburg aus finanziellen Gründen aus dem nächsten Haushalt zu streichen und ab dem 1.April 1928 offenzulassen.

Vor diesem Hintergrund regte Ebhardt im Juli 1927 die Bildung einer Gesellschaft der Plassenburg-Freunde an, während von Darmstadt aus Prof. Fritz Limmer, Sohn des verdienstvollen Kulmbacher Ehrenbürgers Hermann Limmer, über die Presse ähnliche Vorschläge unabhängig von Ebhardt machte. Da auch die Stadtverwaltung an einem neuen Verwendungszweck der Burg interessiert war, um den finanziellen Schaden für die heimische Wirtschaft durch den Wegzug der im Zuchthaus beschäftigten Beamten und ihrer Familien gering zu halten, bildete der Stadtrat im November 1927 einen „Ausschuß für die Wiederverwendung der Plassenburg“. Dieses Gremium, dem u.a. Bonneß, Ebhardt, Limmer und Bürgermeister Hans Hacker angehörten, tagte zunächst im Dezember und letztmalig am 14. Januar 1928, an dem nun offiziell zur Gründung des Vereins „Freunde der Plassenburg“ geschritten wurde. Noch am selben Tag wurde von den Anwesenden auch die erste Satzung verabschiedet, welche Zielsetzung, die dazu nötigen Mittel und vor allem die Binnenstruktur der „Freunde der Plassenburg“, die am 24. April 1928 ins Vereinsregister eingetragen wurden, festlegte. Der Mitgliederbeitrag betrug pro Jahr mindestens 3 Reichsmark. Dafür erhielt der Zahlende (ab dem 1. April 1931) freien Eintritt in den Schönen Hof (damals noch nicht kostenlos!) und das Nachrichtenblatt gratis zugestellt.

Eine Burg – viele Interessen

Wie auch heute noch, so gab es schon damals rege, oft kontrovers geführte Diskussionen um eine sinnvolle Nutzung der Plassenburg und ihre geeignetste Erschließung für den Fremdenverkehr. Hauptthema war für den frühen Verein die Befahrbarmachung der Burg, da man befürchtete, „falls das Autoverbot weiterbestehen bleiben [würde], müsste der Verein seine gesamte Werbetätigkeit für die Burg einstellen“. Da die Stadt sich davon ein höheres Touristenaufkommen versprach und somit die Ansicht der „Plassenburg-Freunde“ teilte, wurden ab 1930 mehrere amtliche Petitionen an die Krongutverwaltung geschickt, um die Angelegenheit zum Vorteil aller Beteiligten rasch zu regeln. Da auch in München das Geld knapp war, erwiderte man dort, dass die Burg nur dann für PKWs freigegeben werde, wenn die Stadt Kulmbach die Auffahrtsstraße zur Plassenburg „zu Eigentum und künftigen Unterhalt“ übernimmt. Im Stadtrat musste dies aus finanziellen Gründen abgelehnt werden. Weitere in den nächsten Jahren geführte Verhandlungen blieben ergebnislos. Eine Lösung des Verkehrsproblems wurde schließlich erst 1936 erreicht, als man die Öffnung der Burg für einen unregelmäßigen Buspendelverkehr erreichte.

Wie kontrovers die Interessen auf der Plassenburg häufig waren und wie wichtig die „Freunde der Plassenburg“ dabei stets als ausgleichendes Moment und Schmelztiegel der unterschiedlichen Meinungen waren, beweist eine Episode aus der Zeit der Gründung des Vereins. Auslöser für den Streit waren die bis vor den Ersten Weltkrieg zurückgehenden, eigentlich gutgemeinten Vorschläge zur Nutzung der Burg durch Burgenrestaurator und -forscher Prof. Bodo Ebhardt. Nicht nur dass er aus Berlin stammte und nicht der bayerischen Krongutverwaltung, sondern nur der Kulmbacher Stadtverwaltung konkrete Pläne vorlegte, musste in München als Affront angesehen werden. Viel schlimmer in den Augen der Eigentümer der Burg war, dass das von Ebhardt berufene Komitee (s. Idee und Gründung) die altehrwürdige Hohenzollernveste dem Deutschen Kaiser Wilhelm zum Geschenk machen wollte.

Kein Wunder also, dass die Krongutverwaltung, um solche preußische Einmischungen zu verhindern, den eigenen Einfluss auf die junge Vereinigung der „Freunde der Plassenburg“ zu vergrößern suchte. Doch nicht nur das. Wie Gründungsmitglied Johannes Seiler von einer Unterredung in München berichtete (Schreiben vom 23.6.28), betonte man bei seinem Besuch dort pikiert, dass die Plassenburg bayerisches Staatseigentum war und ist und ihre Verwaltung weder Aufgabe der „Freunde“ noch der Stadt Kulmbach ist. Dem Verein wird lediglich das Recht zugesprochen, „Propaganda für die Plassenburg zu machen, dass möglichst viele Fremde dorthin kommen und möglichst viele Einnahmen durch die Besichtigung für den Staat zu erhalten“. Dass trotz dieser geharnischten Worte die Zusammenarbeit zwischen Staat, Stadt und Verein gerade in den ersten Jahren eine äußerst fruchtbare war, zeigt die Vielzahl der umgesetzten Pläne. Wie bei allen demokratisch strukturierten Gesellschaften, so konnte es aber auch bei den „Freunden“ immer nur eine relativ kleine Gruppe sein, die die Zügel des Vereins in den Händen hielt.

Personal

Ungleich den einstigen Markgrafen, waren „Freunde der Plassenburg“ zu keiner Zeit unabhängige und alleinige „Herrscher“ über die Burg. Nicht nur war und ist diese Eigentum des bayerischen Staates, sondern auch andere Institutionen wie die Stadtververwaltung z.B. hatten lebhafte eigene Interessen an der Burg. Die „Freunde der Plassenburg“ waren hierbei weniger Exekutivorgan als vielmehr Schmelztiegel der verschiedenen Ansprüche und Ideen (v.a. auch der eigenen), die im Verein besprochen, auf ihre Machbarkeit untersucht und gegebenenfalls gegenüber den zuständigen Behörden nach Kräften unterstützt wurden.

Wie bedeutsam die „Freunde“ als so definierte Schaltzentrale waren, beweist die Mitgliedschaft vieler namhafter, heute noch bekannter Persönlichkeiten, Wissenschaftler, Politiker, Heimatforscher und Künstler. Die wohl Bedeutendsten der ersten Jahre seien hier kurz gewürdigt:

Der Engagierteste unter ihnen war wohl der gebürtige Kulmbacher Fritz Limmer (1881-1947), der an der Technischen Hochschule Darmstadt die Professur für Lichtbildwesen innehatte. Zum Nutzen von Verein, Plassenburg und der Stadt verstand er es, Beruf und Hobby zu verbinden, indem er gegen Ende der 20er Jahre über 1000 Photographien von Kulmbach und seiner Burg anfertigte und für Werbezwecke zur Verfügung stellte. Der Großteil seiner Aufnahmen wurden später durch die massenhafte Reproduktion auf Werbemarken und Postkarten des Vereins so weit verbreitet, daß die Plassenburg zur wohl meistabgebildeten Veste jener Zeit in Deutschland wurde. Sein Beruf und seine Bildung prädestinierten Limmer geradezu, nicht nur Vorsitzender des einflußreichen Werbeausschuß der „Freunde“ zu sein, sondern gleichzeitig als ehrenamtlicher Schriftleiter die Herausgabe des Nachrichtenblattes, dessen fleißigster Autor er war, zu übernehmen. Aufgrund seines unermüdlichen Engagements, seiner vielfältigen wichtigen Beziehungen und seines Ideenreichtums kann Limmer mit Recht als Herz des frühen Vereins angesprochen werden.

Wegen seiner zahlreichen beruflichen Pflichten nur selten, aber pointiert am aktuellen Tagesgeschehen des Vereins teilnehmend und dafür mehr im Hintergrund die Fäden ziehend, war Hans Hacker (1888-1953), der rechtskundige Oberbürgermeister Kulmbachs und erste Vorstandsvorsitzender der „Freunde der Plassenburg“. Wie auch heute, so konnte der junge Verein schon damals seine Ideen nur in Kooperation mit der Stadt Kulmbach und der Krongutverwaltung (Heute: Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen) als dem Eigentümer der Burg in die Tat umsetzen. Zurecht kann Hacker dabei als wohl wichtigster Verbindungsmann zwischen allen drei Polen bezeichnet werden, ohne dessen politische Kontakte und diplomatisches Geschick, aber auch ohne sein ausgeglichenes, maßvolles Wesen die Umsetzung der ehrgeizigen Vereinsziele unmöglich gewesen wäre.

Als richtungsweisend eingeschätzt werden muß der Einfluß und der Ratschlag Prof. Bodo Ebhardts (1865-1945) auf die Geschicke des frühen Vereins, dessen Hauptinitiator und erster Stellvertretender Vorsitzender er war. Sein Erfahrungsschatz und sein profundes Wissen als bedeutendster Burgenforscher und -restaurator seiner Zeit mußte sich dabei in den Überlegungen zur modernen Nutzung der alten Hohenzollernveste höchst gewinnbringend auswirken. Nicht zuletzt da er als Vorsitzender der „Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen“ europaweite Beziehungen besaß, kann er als einer der wichtigsten Werbeträger der von ihm geliebten Plassenburg bezeichnet werden. Daß zudem 55 Mitglieder der Burgenvereinigung in der Frühzeit den „Freunden der Plassenburg“ beigetreten sind, ist wohl vor allem sein Verdienst gewesen.

Wohl wichtigstes Rädchen im Getriebe des jungen Vereins war Polizeiinspektor Erhard Wurzbacher (ohne Photo, 1892-1963), der Geschäftsführer des Vereins, des Zinnfigurenmuseums und der jährlichen Kunstausstellungen war und darüberhinaus das Künstlerheim und die Geschäftsstelle des Vereins im Rathaus erfolgreich verwaltete. Nachdem er Anfang 1938 wegen Überlastung – so die offizielle Diktion – von seinen Pflichten entbunden wurde, war er 1951 wieder als engagiertes Gründungsmitglied zur Stelle und in der Folge einer der Hauptverantwortlichen für die Wiedereinrichtung des Zinnfigurenmuseums.

Nicht möglich gewesen wäre die Ausgestaltung der Plassenburg zu einem kulturellen Zentrum ohne die tatkräftige Unterstützung und die Ideen von August Bonneß, dem Potsdamer Verlagsbuchhändler und Dr. Karl Stauder (ohne Photo), dem Ersten Vorsitzenden des Industrie- und Kulturvereins Nürnberg. Während erster die Gründung eines Deutschen Zinnfigurenmuseums anregte und dafür auch den Verein vor seinen Wagen erfolgreich zu spannen verstand, ist die kulturelle Verbindung Kulmbach-Nürnberg, bis heute sichtbar in den jährlichen Ausstellungen des Bundes Fränkischer Künstler, ein wichtiger Verdienst Dr. Stauders.

Nicht vergessen werden dürfen die Künstler, die ihr Schaffen in den Dienst der „Freunde der Plassenburg“ stellten und dem Verein durch zahllose graphische Arbeiten und Entwürfe ein Gesicht verliehen: Johannes Seiler, Nürnberger Kunstbildhauer, Leiter des Bundes Fränkischer Künstler und Entwurfsverfasser u.a. der Vereinsabzeichen. Hein Kaske (ohne Photo), Graphiker u.a. zahlreicher Werbeplakate und der Kopfleiste des Nachrichtenblattes und darüberhinaus mit über 60 Jahren Vereinszugehörigkeit wohl treuester „Plassenburgfreund. Lorenz Reinhard Spitzenpfeil, Kunsthistoriker, Forscher und Graphiker zahlloser Logos und Layouts. Michel Weiß (ohne Photo), Porträtist des vorindustriellen Kulmbach.

Vereinsziele

Werbung

Seine wichtigste Aufgabe sah der Verein in der Werbung für die Plassenburg. Nicht nur wurde das Gros der Vereinsmittel in Werbemittel (Postkarten, Briefmarken, Bleistifte, Zigarren!) investiert, viel effektiver noch mögen die ehrenamtlichen Aktionen einzelner Mitglieder, insbesondere von Prof. Limmer, gewesen sein, die durch zahllose Vorträge, Diavorführungen, Aufsätze in Zeitschriften, aber auch durch Radiosendungen die Plassenburg in der ganzen Welt (China, Nordamerika) bekannt machten und Grundlegendes zu ihrem heutigen Ruf von europäischem Rang beitrugen.

Zur Freude aller Beteiligten trug der unermüdliche Einsatz für die Burg bereits nach kurzer Zeit reife Früchte, wie die kontinuierlich steigenden Besucherzahlen des Schönen Hofs (6.000 Besucher im Jahr 1928, 22.000 im Jahr 1938) beweisen.

Nachrichtenblatt

Das Nachrichtenblatt der „Freunde der Plassenburg“, im Januar 1929 erstmals erschienen, war nicht nur offizielles Vereinsorgan, sondern als Forum kleinerer, z.T. grundlegender Aufsätze über die Plassenburg und Kulmbach gleichzeitig die erste wissenschaftliche Reihe zur Heimatkunde im Obermaingebiet. Für Vereinsmitglieder, denen das Blatt gratis zugestellt wurde, waren Bekanntmachungen des Vorstandes, Berichte über Vereinsangelegenheiten und allgemeine Mitteilungen wie auch die Präsentation neuer Werbemittel natürlich von besonderem Interesse. Ausgelegt in den einheimischen Wirtschaften und Friseurgeschäften, wurde das Nachrichtenblatt nicht nur von geschichtsinteressierten Vereinsmitgliedern, sondern vor allem von wissbegierigen Kulmbachern gerne gelesen. Entsprechend der jeweiligen Kassenlage des Vereins variierte es in Umfang und Erscheinungszahl zwischen 4 und 16 Seiten bzw. 3 und 5mal pro Jahr, so dass schließlich das Oeuvre aller veröffentlichten 35 Hefte einen stattlichen Umfang von 456 Seiten besaß.

Dank der Photokunst von Schriftleiter Limmer wusste das Nachrichtenblatt nicht nur inhaltlich, sondern vor allem optisch zu gefallen. Als „eine der bestbebilderten Vereinszeitschriften ihrer Zeit“, die durch die „bestechende Motivwahl und [die] untadelige Qualität“ (Hans Stößlein) überzeugte, wurden im Nachrichtenblatt zahllose frühere und neue Ansichten der Plassenburg und Kulmbachs reproduziert und einem Großteil der Leserschaft erstmals zugänglich gemacht. Das überraschende Ende der Vereinszeitschrift kam schließlich unter den Nationalsozialisten (s. auch Ende).

Zwar nahm zunächst der Umfang des Heftes durch die Hereinnahme einer größeren Anzahl von Aufsätzen zu, doch wurde durch neue Erlasse der Reichspresse ein weiterhin unregelmäßiges Erscheinen des Heftes ab dem 1. April 1938 untersagt. Einzige Möglichkeit, das Vereinsorgan mit gleichbleibender Qualität am Leben zu halten, war seine Umwandlung in ein unregelmäßig erscheinendes Plassenburgjahrbuch, das 1938 auch erstmals erschien. Dass seine Premiere zugleich sein Ende war, lag am kurze Zeit später ausbrechende Krieg. Als dieser zuende war, erschien 1951 noch einmal eine Ausgabe des Nachrichtenblattes, das aber dann aus heute unbekannten Gründen nicht mehr fortgesetzt wurde, aber in der neuen „Plassenburg“-Publikationsreihe (s. „Die Plassenburg“) einen mehr als würdevollen Nachfolger gefunden hat.

„Zeitgemäß verändert“

Die veränderten Verhältnisse seit dem März 1933 stellten auch die „Freunden der Plassenburg“ vor neue Realitäten. Unter dem Eindruck der politischen Geschehnisse wurde am 30. September 1933 eine vorgezogene Jahreshauptversammlung abgehalten, bei welcher der gesamte Vorstand und der Werbeausschuss seinen Rücktritt erklärte. Geleitet wurde diese Sitzung bereits vom satzungsgemäßen neuen Ersten Vorsitzenden und „Führer des Vereins“ Fritz Schuberth (1897-1977), der zuvor bereits das Oberbürgermeisteramt von Hans Hacker übernommen hatte.

Eine folgende Aussprache über das weitere Schicksal der „Freunde“ brachte das einstimmige Ergebnis, dass der Verein auf jeden Fall weitergeführt werden solle, da die Mitglieder noch große Aufgaben vor sich sahen. Zu diesem Zweck angesetzte Neuwahlen brachten dann einen neuen elfköpfigen Vorstand hervor, der von Schuberth zwar durch drei verdiente NSDAP-Mitglieder ergänzt wurde, sonst aber ausschließlich alte Gesichter zeigte und dadurch Kontinuität garantierte. Wenn auch Hacker seinen Platz im Verein wohl unfreiwillig räumen musste und die Satzung „zeitgemäß geändert“ (Nachrichtenblatt 7/9-33) wurde, so lässt sich hier dennoch nicht von einer gewaltsamen Gleichschaltung, als vielmehr von einer zum Überleben notwendigen Anpassung der „Plassenburg-Freunde“ sprechen.

Dem Tatendrang der „Freunde“ taten die jedenfalls veränderten Verhältnisse insgesamt keinen Abbruch. Vorerst jedenfalls. Bereits begonnene Projekte wurden weitergeführt, Neue wiederum begonnen und auch das Vereinsorgan, das Nachrichtenblatt verstummte nicht, sondern verzeichnete sogar eine qualitative und quantitative Verbesserung.

Als letzter kreativer Höhepunkt der ersten Periode der „Freunde“ ist wohl die 800 bzw. 900 Jahrfeier der Plassenburg bzw. Kulmbachs anzusehen. Anlässlich dieses doppelten Jubiläums, das die Stadtverwaltung nach dem nur 5 Jahre zuvor gemachten spektakulären Urkundenfund Dr. Erich Frh. von Guttenbergs geradezu überrollte, waren mehrtägige, prächtige Festspiele und Aufführungen geplant. Zu diesem Zweck legten sich nicht nur Kulmbachs Brauereien, sondern vor allem die „Freunde der Plassenburg“ ins Zeug, die einen Ausschuß (Limmer, Stauder und Bonneß) mit der Intention bildeten, keinen historisierenden Trachtenzug, sondern einen Aufmarsch des modernen Kulmbach zu organisieren. Wie damaligen Zeitungsartikels zu entnehmen ist, waren die Bemühungen des Vereins noch einmal von Erfolg gekrönt.

Die weitere Geschichte des Vereins bis zu seinem vorläufigen Ende ist vor allem durch zunehmende, meist durch äußere Umstände bedingte Tatenlosigkeit und Rückschläge gekennzeichnet. Nachdem etwa 1936 die Aufgabe der Werbung für die Burg an das neugegründete städtische Verkehrsamt gefallen war, das aus dem Verkehrs- und Verschönerungsverein entwachsen ist, mussten die „Freunde“ sich einen neuen Schaffensschwerpunkt suchen. Forschungen zur Plassenburg und deren (v.a. unterirdische) Baugeschichte sollten nun stärker in den Fokus der Bemühungen rücken, wobei versucht werden sollte, möglichst umfassendes neues und unbekanntes Material über Burg und Stadt zusammen zu tragen, auszuwerten und die Ergebnisse weiterzuvermitteln. Bevor jedoch die neue Weichenstellung zu einem größerem Ziel führen konnte, verstärkten sich die zentrifugalen Kräfte im Verein.

Ende des Vereins

Neben dem Verlust seiner wichtigsten Aufgabe, der Werbung für die Plassenburg und Kulmbach, der staatlich verordneten Übereignung immer größerer Teile der Burg an die NSDAP und dem Ende des Nachrichtenblattes waren es vor allem innere Auflösungserscheinungen, die das vorläufige Ende des aktiv wirkenden Vereins bei Kriegsbeginn 1939 einleiteten. Am folgenreichsten war hierbei das Ausscheiden des engagiertesten Protagonisten der frühen Jahre, Prof. Fritz Limmers.
Vorausgegangen waren seiner Einscheidung zwei Entwicklungen, die mit seinem journalistischen und wissenschaftlichen Prinzipien nach eigenem Bekunden unvereinbar waren: Der Streit um die Aufnahme eines Aufsatzes Lorenz Reinhard Spitzenpfeils über dessen „Maß und Zahl“-Theorie ins Jahrbuch 1938 und viel tiefgreifender, die „Anordnung zur Wahrung der Unabhängigkeit des Zeitschriftenverlagswesens vom 30. April 1936“ der Reichspressekammer. Entgegen ihrem zynischen Titel sah diese Verfügung nach staatlicher Prüfung die begründungslose Eingliederung des als „politisch“ apostrophierten Nachrichtenblattes in den E.C.-Baumann-Verlag als einem dem „Reichsverband der deutschen Zeitschriftenverleger-Verleger“ angehörigen Verlag vor. Als Folge dieses Gesetzes hatte Limmer als verantwortlicher Schriftleiter des Vereinsorgans der Reichspressekammer beizutreten, da er sonst für die Behörden des totalitären Staates nicht „faßbar sei“. Für Limmer, der das Amt nicht von Berufs wegen, sondern aus „Liebe zur Heimat“ bekleidete, kam dieser mit vielen Verpflichtungen und dem Verlust der wissenschaftlichen Unabhängigkeit verbundene Schritt nicht in Frage.

Um die Schriftleiterfrage umgehend und restlos zu klären, setzte in der Folge ein intensiver Briefwechsel zwischen ihm, dem „Reichsverband der deutschen Zeitschriften-Verleger e.V.“ und dem zwischen beiden Polen vermittelnden Vereinsvorsitzenden Fritz Schuberth ein, der Limmers Ringen um eine Kompromißlösung zur Rettung des Nachrichtenblattes und des Vereines selbst, aber auch seiner eigenen einflußreichen Stellung bei den „Freunden“ erkennen läßt. Die von ihm angeregten, gesetzlich erlaubten Ausweichmöglichkeiten, wie das Nachrichtenblatt unregelmäßig erscheinen zu lassen und seinen Posten in den des Schriftwalters umzuwandeln, stießen jedoch auf die zunehmende Kompromißlosigkeit der Staatsvertreter. Die fügsame Haltung Schuberths, in der Auseinandersetzung mehr Realpolitiker als Parteisoldat, die ständigen säumigen Antworten auf seine Briefe, das ausweichende oder druckausübende Verhalten der Behörden wie auch die zunehmende Inbesitznahme der Plassenburg durch die NSDAP hatten Limmer letztlich so sehr frustriert, dass er angesichts seines hoffnungslosen Standpunkts im Frühjahr 1938 seinen Schriftleiterposten aufgab.

Anlass zu seinem völligen Rückzug aus dem Vereinsleben in der zweiten Jahreshälfte war ein Streit um die Veröffentlichung des Aufsatzes Spitzenpfeils zu dessen aufsehenerregender, in Limmers Augen aber höchst umstrittener „Maß und Zahl[-theorie] an Kulmbacher Bauten“. Wie seine Rede vom „verheerende[n] Sp[itzenpfeil]“, der „gegen mich ständig giftgeschwollen“ ist, vermuten läßt, waren nicht allein fachliche Zweifel für die rigorose Haltung des Darmstädter Professors ausschlaggebend. Wie berechtigt oder ungerechtfertigt sein Einspruch auch war, hatte Limmer angesichts seiner bereits geschwächten Position im Verein und der Protektion Spitzenpfeils durch Geschäftsführer Merkel und den Vorsitzenden Schuberth, dem der sich Verweigernde zudem zunehmend überdrüssig wurde, nicht genügend Autorität mehr, den Artikel zu verhindern.

Die Konsequenz aus dieser Niederlage zog Limmer, als er schließlich am 19.8.38 seinen Rücktritt als verantwortlicher Herausgeber des Jahrbuchs und kurze Zeit später ebenso als stellvertretender Vorsitzender verkündete. Geradezu ironisch muß es dem scheidenden Limmer, dessen letztes Werk der Generalregisterband zu den erschienenen Nachrichtenblättern wurde, erschienen sein, daß nicht nur der Artikel seines Antipoden in dem von ihm stets inhaltlich betreuten Nachrichtenblatt erschien, sondern vor allem dass Spitzenpfeil ihn gleichzeitig in seinen Ämtern als Herausgeber des Jahrbuchs und als Stellvertretender Vorsitzender beerbte.

Das vorläufige Ende des aktiven Vereins war mit dem Verlust des kreativen Kopfes eingeleitet und durch den im September 1939 ausbrechenden Krieg entgültig besiegelt. Eine offizielle Auflösung der „Freunde der Plassenburg“ hat es wohl nicht gegeben. Wie der immer spärlicher werdende, nach dem 6.3.39 abbrechende Briefwechsel der Vereinsspitze wie auch ein kämpferischer Aufruf Schuberths an die Mitglieder vom 15.1.42 vermuten läßt, existierte der Verein auch während des Krieges, wenn auch nur auf dem Papier. Das entgültige, personelle Ende der ersten Periode läutet daher wohl der Einmarsch der Amerikaner nach Kulmbach am 12. bzw. 13. April 1945 ein, in dessen Folgezeit Schuberth und Merkel als Mitglieder der NSDAP festgenommen wurden und Lorenz Reinhard Spitzenpfeil den Freitod wählte. Ohne seine alte Führungspitze war der Verein nicht länger lebensfähig.

Wiedergeburt des Vereins

Im Chaos der Nachkriegszeit war an eine sofortige Neugründung der „Freunde der Plassenburg“ nicht zu denken, da andere Sorgen das Dasein der Menschen bestimmten. Hinzu kam, dass nach dem Einmarsch der Amerikaner zahlreiche vom Verein etablierte Einrichtungen wie das Zinnfigurenmuseum und die Naturwissenschaftlichen Sammlungen, von ehemaligen Kriegsgefangenen und Besatzungssoldaten entwendet oder weitgehend zerstört wurden.

Von diesen schweren Rückschlängen weniger entmutigt als aufs neue herausgefordert, begannen sich aber bereits 1948 wieder alte Kontakte unter den einstigen Mitgliedern zu regen. Wie der damalige Briefwechsel zeigt, waren es vor allem auswärtige „Plassenburg-Freunde“, die den neuen Oberbürgermeister Georg Hagen (1887-1958) dazu zu bewogen, den einst so erfolgreichen Verein wieder zu beleben, da gerade jetzt viele neue Aufgaben zu bewältigen wären. Von dieser Rückendeckung gestärkt, ließ Hagen bereits im folgenden Jahr einen Aufruf (s. Vitrine) drucken und an frühere Mitglieder und im Kulmbacher Land verteilen. Das Echo darauf war enorm und bewies, dass es trotz aller Alltagssorgen immer noch Freunde der Plassenburg gab und das Interesse um eine würdevolle Nutzung der Hohenzollernveste so präsent war wie eh und je.

So konnte Hagen am 29. bzw. 30. Januar 1950 den Verein offiziell über das städtische Kulturreferat im Oberhacken wiederbegründen. Unter der Schirmherrschaft der bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Hans Ehard kamen sofort wieder namhafte und verdiente Gelehrte in die neuen Vereinsspitze: Erster Vorsitzender wurde satzungsgemäß Georg Hagen, im neugeschaffenen Kontrollorgan, dem Beirat saßen der Präsident der Bayerischen Schlösser, Gärten und Seen-Verwaltung, Prof. Rudolf Esterer, Stadtarchivar Prof. Dr. Georg Fischer, Prof. Dr. Erich Frhr. von Guttenberg, Stadtschulrat Max Hundt als Kulturreferent der Stadt und Dr. Josef Ritz, der Direktor des bayerischen Landesamts für Denkmalpflege. Während Oberinspektor Erhard Wurzbacher wieder Geschäftsführer des Vereins wurde und auch Johannes Seiler wieder mitwirkte, waren viele andere verdiente Persönlichkeiten der alten Vereinsführung an der Wiedergründung nicht mehr beteiligt. Ihr vorzeitiges Ableben (Limmer,Spitzenpfeil, Ebhardt), ihr Umzug (Hacker) oder ihr Rückzug aus dem öffentlichen Leben (Schuberth) verhinderten dies. Kein Wunder also, dass angesichts der zurückliegenden politischen Verhältnisse und dem personellen Wandel der Verein seine primäre Aufgabe in der Arbeit auf der „inneren Ebene“ (M. Hundt) erkannte. Um den neuen Geist der „Freunde“ auch äußerlich sichtbar zu machen, legte man sich ein neues Vereinslogo zu: Wo früher die Plassenburg Erkennungsmerkmal war, wurde es seitdem Markgraf Friedrich (1735-63), der sich passenderweise stets selbst als „Friedensfürst“ sah.

Bei der Wiederherstellung der zerstörten Sammlungen und der Burg selbst waren den „Freunden“ zunächst einmal die Hände gebunden, da bis 1951 Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten auf der Plassenburg untergebracht waren. Erst als der Schöne Hof am 8.9.51 von der Bayer. Flüchtlingsverwaltung zur öffentlichen Nutzung wieder freigegeben wurde, konnte sich der Verein wieder konkrete Gedanken über die künftige Verwendung der Burg machen.

Eines des Hauptthemen war dabei der materielle und vor allem geistige Wiederaufbau des Zinnfigurenmuseums, den auf Betreiben der „Freunde der Plassenburg“, v.a. Erhard Wurzbachers in der Sitzung von 19. September 1952 der Stadtrat Kulmbachs zu seiner Chefsache erklärte. Nicht zuletzt wegen dessen finanzieller Unterstützung waren nur wenige Wochen später bereits 18 Dioramen fertig und das Inventar wuchs in seinem Umfang und seiner Qualität so rasch, dass am 20. September 1953 die Neueröffnung des Museums anlässlich einer Tagung des immer noch engagierten Sammlerbundes „Klio“ zelebriert werden konnte. Gleichzeitig wurden auch die restaurierten Markgrafenzimmer, die Plankammer der Plassenburg und die Reste der Naturwissenschaftlichen Sammlungen einem begeisterten Publikum wieder zugänglich gemacht. Zwei Jahre später gelang es dem Verein zudem dank der Unterstützung der Bayerischen Staatsgemäldesammlung eine Filialgalerie auf der Burg zu etablieren.

In der Folgezeit waren die „Freunde der Plassenburg“ weiterhin sehr bemüht, ihre Burg kulturell attraktiver zu gestalten und Werbung für sie zu betreiben. Doch stellt sich bei all diesen Aktionen die Frage, inweit der Verein als ganzes oder nur einzelne Mitglieder dafür verantwortlich waren. Stärker den je war man aufgrund der neuen Satzung vor allem personell an die Stadt gekoppelt, was sowohl Chancen in sich barg, aber auch den eigenen Bewegungsradius so sehr einengte, dass der Verein „zu einer Art kommunaler Hilfsinstitution“ (H. Stößlein) geworden war. Eine Untersuchung der knappen Vereinskorrespondenz und der Tagespresse jener Zeit zeigt daher, dass es nicht der Verein als solcher, sondern ein kleiner Kreis engagierter Mitglieder war, die im Namen der hinter ihren Aktionen stehenden „Freunde der Plassenburg“ Großartiges für Kulmbach und die Plassenburg erreichten.

Kultureller Aufschwung

Fast scheint es, als ob sich der Verein bewußt zurückgehalten hat, damit die herausragenden kulturellen und heimatpflegerischen Leistungen jener Jahre heute vor allem mit den Namen dreier unvergessener Persönlichkeiten verknüpft werden können:

Stadtschulrat Max Hundt, Kreisheimatpfleger und Heimatforscher Hans Stößlein und Prof. Georg Fischer. Da deren nicht hoch genug einzuschätzende Errungenschaften nach Quellenlage wohl vor allem deren persönliche Leistungen gewesen sind und der Verein wohl lediglich finanziellen Anteil an der Verwirklichung ihrer Ideen hatte, soll an dieser Stelle auf eine weiterführende Biographie der bedeutsamen Männer verzichtet werden.

In engerem Zusammenhang mit den „Freunden der Plassenburg“ ist hingegen das Wirken Prof. Georg Fischers (1897-1975) zu sehen. Dieser vielfach honorierte Mann war während seines erfolgreichen und produktiven Forscherlebens nicht nur Initiator der erfolgeichen Volkshochschule (über 1000 Anmeldungen im ersten Jahr, vgl. Bamberg 330, München 3000), sondern zugleich der Begründer und Leiter von Stadtarchiv und -bibliothek. Dass er darüberhinaus geachteter Verfasser zahlloser Denkschriften („Kulmbacher Grundsätze“) und Aufsätze und mehrerer Standartwerke zur Geschichte des Obermaingebiets war, mag angesichts seiner unzähligen Aufgaben und Verpflichtungen überraschen.

Am engsten verbunden mit den Namen des Vereins ist eine seiner großartigsten Leistungen, die wissenschaftliche Publikationsreihe „Die Plassenburg“, deren Initiator und Herausgeber Fischer war.

„Die Plassenburg“

Mit dieser neuen, von den „Freunden der Plassenburg“ finanzierten Schriftenreihe wollte Fischer nicht nur nach 13 stummen Jahren die Vereinsveröffentlichungen fortsetzen, sondern darüber hinaus „in geschlossener Darstellung Ergebnisse der fränkischen Landesgeschichte, Volks- und Heimatforschung und gelegentlich Fragen der fränkischen Kulturpflege“ erörtern und bei dieser Aufgabe der „Pflege der Werte der Geschichte und die Sorge für die Erhaltung unserer heimatlichen Volkskultur“ oberste Priorität geben. Als Nebeneffekt des ehrgeizigen Projektes sollte die im Auftrag des Vereins herausgebebene Reihe jungen Forschern die Chance ermöglichen, sich einem breiterem Publikum zu präsentieren und erste oder weitere Sporen zu verdienen.

Ausnahmslos positiv war daher das Echo, als bereits am 13.September 1952 die von den „Freunden“ finanzierten ersten beiden Bände (s. Vitrine) dem Publikum vorgestellt werden konnten. Beflügelt von der enthusiastischen Resonanz und dem Rückhalt des Vereins wurde die Buchreihe fortgesetzt, so dass bis 1966, als Georg Fischer aus gesundheitlichen Gründen als Herausgeber zurücktrat, insgesamt 25 Ausgaben erschienen waren. Dass die meisten dieser frühen Schriften heute restlos vergriffen sind, liegt teilweise an den anfangs noch geringen Auflagestärken, vor allem aber an der Tatsache, dass es sich meist um grundlegende Standartwerke handelte, die sich bald nicht nur in einheimischen Haushalten, sondern vor allem in den Universitätsbibliotheken Europas (Moskau!) wiederfanden. Die bekannte Schriftenreihe konnte auch über den Tod Fischers 1975 hinaus mit gleichbleibender Qualität bis in die Gegenwart erfolgreich fortgesetzt werden, so dass sich in fast jedem Kulmbacher Haushalt eine Ausgabe der „Plassenburg“ befinden dürfte.